Mass Customization Trends: Personalisierte Produkte als Standard im Einzelhandel

Mass Customization ist im Einzelhandel bereits Standard.

Konsumenten haben eine größere Auswahl an Produkten als jemals zuvor. Der durchschnittliche Kunde hat einen weitaus differenzierteren Geschmack und weiß mehr über die Produkte als noch vor zehn Jahren. Die Produkte des Massenmarkts haben dabei geholfen, die Generation der Babyboomer zu ernähren und zu kleiden. Die heutige kaufkräftige Zielgruppe ist jedoch deutlich anspruchsvoller und verlangt personalisierte Produkte, die den eigenen Wünschen genau entsprechen. Mass Customization, also die preiswerte Massenproduktion von individuellen Produkten, macht dies möglich.

In diesem Artikel zeigen wir Ihnen die aktuellen Customization Trends, die Sie als Einzelhändler kennen müssen. Sie lernen in innovativen Mass Customization Beispielen, wie andere Unternehmen bereits personalisierte Produkte erstellen und wie die kundenindividuelle Massenproduktion bezahlbar umgesetzt werden kann.

Kunden fordern verstärkt personalisierte Produkte

Händler reagieren bereits auf die Mass Customizaton Trends und bieten auf die persönlichen Bedürfnisse und den Geschmack angepasste Produkte und Erlebnisse, die weitaus mehr sind als bloße Nischenprodukte. Kunden können zum Beispiel mit nur wenigen Klicks ihre individuellen Schuhe kreieren oder einen persönlichen Speiseplan zusammenstellen. In nahezu jeder Branche können Kunden mittlerweile ihre Vorstellungen auf einer Website eingeben und erhalten eine Auswahl an Produkten, die speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind.

Die Maßanfertigung von Produkten ist grundsätzlich kein neues Phänomen. Vor der Industrialisierung war die individuelle Fertigung von Produkten die Norm. Produkte wurden nur für den lokalen Bedarf auf Bestellung angefertigt und jedes Produkt, das ein Handwerker anfertigte, war ein Unikat. Die zeitintensive Arbeit der Handwerker hatte jedoch ihren Preis. Die Verwendung von Technologien wie 3D-Scanner und Drucker sowie die immer stärkere Anpassungsfähigkeit von Fertigungsanlagen macht individuelle Produkte für jedermann erschwinglich. Sie helfen dabei, die Produktion von Massengütern durch eine flexible Produkterstellung zu ersetzen und auf die Mass Customization Trends zu reagieren.

Personalisierte Produkte zum Mitnehmen

Konsumenten können schon seit Jahren ihre Vorlieben in interaktiven Konfiguratoren eingeben. Doch erst seit kurzer Zeit sind diese Tools wirklich agil und machen eine nutzerfreundliche Anwendung möglich. Zuvor waren Konsumenten auf einige wenige Anpassungsmöglichkeiten beschränkt und oftmals war für die Auswahl eine menschliche Unterstützung notwendig. Die heute verfügbare Visualisierungssoftware ist deutlich anpassungsfähiger und macht die Bestellung und Planung von individuellen Produkten möglich.

Benötigte man früher noch viel Phantasie, um sich das Einrichten eines neuen Zimmers mithilfe eines Raumplanungs-Programms vorzustellen, so machen Virtual-Reality-Brillen die Einrichtung mittlerweile zum Vergnügen. Im 3D-Showroom von Ikea lassen sich Raumdesigns in einer virtuellen Welt nach Belieben anpassen. Die Möbel können umgestellt und in verschiedenen Farben dargestellt werden. Sogar eine Anpassung der Lichtverhältnisse ist möglich.

adidas versucht die individuelle Produkterstellung ebenfalls ins Geschäft zu bringen, indem Kunden einen “Lieblingspulli zum Mitnehmen” erstellen können. In einigen Popup-Stores werden Kunden mit Hilfe eines Körperscanners vermessen und können ihr eigenes Pullover-Design kreieren. Ist die Größe und das Design ausgewählt, wird der Pullover in wenigen Stunden angefertigt und kann anschließend direkt mitgenommen werden. 3D Scanner können den menschlichen Körper mittlerweile besser vermessen als der erfahrenste Schneider.

Unternehmen wie 3D Elements oder Vitronic arbeiten daran, die perfekte Passform mit Hilfe von Ganzkörperscannern zu ermitteln. 3D Elements will durch das Aufstellen von verschließbaren Kabinen an öffentlichen Orten die Technologie auch für einen größeren Teil der Bevölkerung zugänglich zu machen.

Mass Customization wird bezahlbar

Flexible Fertigungsanlagen helfen dabei, maßgeschneiderte Produkte kosteneffektiv und schnell zu produzieren. Zwar sind Händler wie Zara schon seit längerem bekannt für schnelle Produktionsprozesse, die neuen technologischen Entwicklungen verstärken diesen Trend jedoch weiter. Die Autoindustrie führt die Entwicklung zu einer individuellen Produktion dabei ironischerweise an. Ford und General Motors haben in eine Automatisierungstechnologie investiert, die sich selbst mit einer Auswahl von Werkzeugen bestücken kann, ohne die Produktion zu verlangsamen. Diese technologische Innovation unterstützt Hersteller dabei, eine höhere Anzahl von Produkten zu einem geringeren Preis herzustellen.

3D-Drucker sind eine weitere Erfindung, die kaum noch als Neuheit bezeichnet werden kann. Sie helfen Herstellern dabei, Produkte deutlich schneller auf den Markt zu bringen und einen höheren Individualisierungsgrad zu erreichen. Vor allem der Bereich der Ersatzteil-Produktion kann vom 3D-Druck revolutioniert werden. Ersatzteile können lokal einzeln angefertigt werden, anstatt an einem Ort auf Vorrat gelagert zu werden.

Händler müssen auf Mass Customization Trends reagieren

Als Fazit lässt sich festhalten, dass Kunden auf jeden Fall nach Möglichkeiten suchen werden, ihre Wunschprodukte anzupassen. Massenprodukte wie Fast Fashion Kleidung von bekannten Kleidungsmarken wie H&M werden nach und nach an Beliebtheit verlieren und von Produkten mit vielfältigen Funktionen und Designs abgelöst.

Technologien für eine schnelle Prototypen-Erstellung und flexible Fertigungsanlagen werden bezahlbar. Daten, die entweder direkt vom Kunden und durch das Kundenverhalten gewonnen werden, sollten für die weitere Recherche und Entwicklung von Produkten genutzt werden, die den Kundenwünschen entsprechen.

Neben den Trends im Bereich Mass Customization befindet sich der Einzelhandel gerade in einer grundlegenden Umbruchphase. Auf welche weiteren Trends Sie als Einzelhändler reagieren müssen, erfahren Sie hier.

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